Zanders-Areal: FDP fordert realistische Verkehrsplanung von Anfang
Foto: Pingsjong, „Papierfabrik M-real Zanders", via Wikimedia Commons, lizenziert unter GFDL
Dreitausend Einwohner, dreitausend Arbeitsplätze – und keine belastbare Verkehrsrechnung
„Die Politik hat 2023 festgelegt, dass auf dem ehemaligen Zandersgelände rund 3.000 Menschen wohnen und 3.000 Arbeitsplätze entstehen sollen.“, sagt Dr. Alexander Engel. „Aber wer so viele Menschen und Beschäftigte anzieht, erzeugt massiven Verkehr – und der fließt durch Refrath und Bensberg.“ Engel kritisiert, dass in den bisherigen Planungen mit einem Einwohner-Auto-Verhältnis gerechnet werde, das unterhalb des Landesdurchschnitts liege, obwohl Bergisch Gladbach diesen Wert tatsächlich übersteige: „Das ist schlicht unrealistisch.“
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Marcel Huber ergänzt: „Die Realisierung des Zanders-Areals darf nicht zu Mehrbelastungen für die heutigen Anwohnerinnen und Anwohner führen.“ Huber weiter: „Wir brauchen realistische Verkehrsprognosen, eine ernsthafte Prüfung des Autobahnanschlusses an das Mehrheimer Kreuz und ein durchdachtes Mobilitätskonzept.“
Autofreiheit ohne Datenbasis ist kein Konzept
Kritik üben Engel und Huber auch am Postulat der Autofreiheit auf dem Zanders-Gelände selbst. „Autofreiheit als Leitbild zu planen, ohne belastbare Erkenntnisse darüber, ob das tatsächlich funktioniert, ist leichtfertig“, so Dr. Engel. Insbesondere Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung – etwa Arztpraxen – seien auf ausreichende Kfz-Erreichbarkeit und Parkraum angewiesen. Wer diese Grundlage nicht schaffe, gefährde die Attraktivität des gesamten Areals.
Darüber hinaus warnt die FDP davor, die Innenstadtbelastung zu unterschätzen: „Eine kluge Verkehrsführung auf dem Zandersgelände muss von Anfang an mitgedacht werden, damit der neue Stadtteil nicht auf Kosten des bestehenden Stadtzentrums wächst“, betont Dr. Engel.
Das Projekt muss sich rechnen – Fehler jetzt sind teuer
Die FDP erinnert daran, dass die Stadt Bergisch Gladbach für den Erwerb des Zanders-Areals in zwei Schritten einen Kredit im zweistelligen Millionenbereich aufgenommen hat. „Dieser muss über die erfolgreiche Vermarktung des Geländes bedient werden“, betont Marcel Huber. Dr. Engel ergänzt: „Wer die Probleme heute aussitzt, zahlt morgen drauf.“ Infrastruktur lasse sich später nicht mehr günstig nachrüsten – sie müsse vielmehr von Beginn an mitgeplant werden. „Nachträgliche Änderungen kosten Geld, schrecken Investoren ab und belasten am Ende die Bürgerinnen und Bürger.“